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Profilbereich „Kultur- und sozialwissenschaftliche Religionsforschung“

Der Profilbereich „Kultur- und sozialwissenschaftliche Religionsforschung“ basiert auf den Zugängen der vergleichenden Religionswissenschaft, Kulturanthropologie und Soziologie, die theoretisch und methodisch auf den Gegenstandsbereich „Religion im kulturellen Kontext“ bezogen und von theologischen Herangehensweisen abgegrenzt werden. Dabei wird das Thema sowohl auf der Makro- als auch auf der Mikroebene in den Blick genommen und im interdisziplinären Gespräch der kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Diese Verbindung ist so im deutschsprachigen Raum nahezu einmalig und bildet ein Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs in Hannover.

Im Modul „Religion in gesellschaftlichen Transformationsprozessen“ werden unterschiedliche insbesondere vergleichende Perspektiven auf sozialstrukturellen und kulturellen Wandel in Geschichte und Gegenwart erarbeitet und die Rolle von Religion als ein zentraler Prozess der Vergesellschaftung bestimmt. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Konflikten sowie deren Begrenzungs- und Entgrenzungsdynamiken als Motor (globaler) Vergesellschaftung. So werden in Lehrveranstaltungen unter anderem Veränderungsprozesse von Religionen, beispielsweise „des“ Islams in Europa, in den Blick genommen und vor diesem Hintergrund verschiedene Theorien zum religiösen Wandel in der Moderne kritisch reflektiert.

Das Modul „Religion in Kultur und Interaktion“ nimmt Verständnisse und Praktiken des religiösen Feldes und die Rolle von Religion in unterschiedlichen Kulturen in Gegenwart und Vergangenheit insbesondere im Hinblick auf ihre Bedeutung für soziale Interaktionen in den Blick. Die unterschiedlichen Formen religiöser Vergemeinschaftung nehmen dabei einen wichtigen Stellenwert ein. Die vergleichende, kulturanthropologische Perspektive fokussiert hierbei insbesondere auf informelle Strukturen und Beziehungen; Symbole und Bedeutungen und die Grenzen formaler Verfahren.

Das Modul „Religion in vergleichender und reflexiver Perspektive“ dient der kritischen Reflexion und Diskussion zentraler Konzepte, Theorien und Methoden der vergleichenden Religionswissenschaft sowie der Einübung der kritischen Analyse historischer und gegenwärtiger Phänomene und Diskurse im Bereich religiöser und weltanschaulicher Diversität. In der Lehre wird sich in diesem Bereich beispielsweise mit gegenwärtigen Diskursen über Religion und Weltanschauungen sowie Entwicklungen im „religiösen“ Feld auseinandergesetzt.

Im Modul „Religion, Integration und Konflikt“ wird die Rolle von Religion bei der Herstellung sozialen Zusammenhaltes und der Genese und Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Konflikte in den Blick genommen. Dabei wird einerseits der Frage nachgegangen, inwieweit Religion Integrations- und Konfliktprozesse bedingt, andererseits werden diese Prozesse in ihren sozialen und kulturellen Kontexten analysiert. In diesem Zusammenhang werden ebenfalls diskursive Strategien untersucht, welche die Einstufung bestimmter Phänomene als dem Bereich „Religion“ zugehörig (oder im Gegensatz dazu als diesem Bereich gerade nicht zugehörig) bedingen. In der Lehre kommt hier zum Beispiel der „Salafismus“ in den Blick und es werden zum einen das Konzept als solches kritisch hinterfragt, als auch aktuelle Forschungen zum angenommenen Konfliktpotential salafistscher Gruppierungen diskutiert.

Das Forschungskolloquium bietet den Studierenden dann die Möglichkeit, neuere Forschungsthemen im interdisziplinären Umfeld zu diskutieren und ihre eigenen Projekte in verschiedenen Stadien vorzustellen. Bereichert wird dies regelmäßig durch die Integration von Vorträgen von Gastwissenschaftlern aus unterschiedlichen Ländern.