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Soziologie

Als empirische Wissenschaft befasst sich die Soziologie mit der Erforschung der Gesellschaft, ihrer Regeln, Ordnungen und sozialen Beziehungsgeflechte. So betrachtet ist Religion ein soziales Phänomen, das eben zu diesen drei Dimensionen von Gesellschaft beiträgt. Religion erzeugt ein System von Regeln, sie produziert eine soziale und symbolische Ordnung und sie schafft eine Struktur komplexer sozialer Beziehungen. Religion kommt dabei nicht von außen. Sie wird von Menschen erzeugt und in Erzählgemeinschaften tradiert. Religion ist ein Element, das mit vielen anderen Aspekten der Gesellschaft in enger Wechselwirkung steht und nur aus dieser heraus begriffen werden kann. Dies ist gemeint, wenn gesagt wird:

„Unter Umständen“ erzeugt Religion gesellschaftliche Integration. Die Soziologie trägt damit aber auch dem widersprüchlichen Charakter von Religion Rechnung. Religion ist wie der Glaube ein Prozess, der zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. So haben verschiedene Glaubensgemeinschaften voneinander abweichende Regeln, funktionieren nach unterschiedlichen Ordnungskriterien und begründen divergente soziale Netzwerke. Der Konflikt zwischen Religionen führt unter Umständen zu gesellschaftlicher Desintegration, manchmal in die Barbarei. Grundlegend fragt die Soziologie auch nach dem Stellenwert der Religion in modernen Gesellschaften. Stirbt Religion aus? Inwiefern gibt es eine Alltagsreligion jenseits der Institution Kirche, von Volksfrömmigkeit und Magie? Und welche Funktion hat eine solche Alltagsreligion für die Gesellschaft als Ganzes?

In Hannover untersucht die Soziologie in ihrem Forschungs- und Studienschwerpunkt "Transformation Studies / Weltgesellschaft und Kulturvergleich" solche Prozesse vorrangig aus historisch vergleichender und kulturanthropologischer Perspektive. Regional liegt der Schwerpunkt auf Europa, Afrika und Lateinamerika. Gegenstand können hier Prozesse  religiöser Konversion sein oder religiös motivierte soziale Bewegungen. Rechtsanthropologische Fragestellungen richten sich auf das Verhältnis zwischen autochtonen Gesellschaften, ihren Regeln und Glaubensvorstellungen einerseits und nationalstaatlichen Großverbänden andererseits.

Systematisch methodisch bietet die Soziologie eine breite Palette an Forschungsmethoden. Neben der historisch komparativen Methode steht das grundlegende Handwerkszeug qualitativer und quantifizierender Sozialforschung bereit. Die Soziologie liefert somit Methodenkompetenz auch für die anderen am Studiengang beteiligten Fachwissenschaften.

 

Ansprechparter im Fach ist Prof. Dr. Wolfgang Gabbert

Im Moore 21 (Vorderhaus)

30167 Hannover

Dienstraum: A306 

Telefon: 0511-762-5604

Fax: 0511-762-5554

E-Mail: w.gabbertish.uni-hannover.de

Internet: www.ish.uni-hannover.de